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Neue Aspekte der Rehabilitationstechnik bei Kindern und Jugendlichen mit zerebralen Bewegungsstörungen

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Nach immerhin 25 Jahren Anpassung von Aktivrollstühlen und deren Kombination mit Sitzsystemen, insbesondere für ICP - Patienten, zeigt sich oftmals, ein doch eher unbefriedigendes Ergebnis. Und dies trotz gemeinsamer Bemühungen von Arzt, Therapeut und Techniker.

Da sitzen Kinder nicht ergonomisch in Ihren Rollstühlen, sondern durch falsche oder fehlende Anpassung, vor oder über dem Rollstuhl.

Sitzschalen- und Rollstuhlversorgung Sitzschalen- und Rollstuhlversorgung

Eine stabile und trotzdem ergonomisch nicht einschränkenden Rückenanpassung, wird gerne wegen einer Überbewertung der Mobilität unterlassen, damit der Rundrücken durch eine instabile Rückenbespannung aber gefördert.

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Dies soll aber nicht heißen, dass mit Sitzsystemen versorgte Patienten optisch auffallen oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.

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Leider hält dies Techniker nicht davon ab, Kinder mit nahezu kuriosen Sitzschalen zu versorgen. Im Verbund mit dem falschen Untergestell und der falschen Sitzschale gipfelt dies in der absoluten Überversorgung und der maximalen Unbeweglichkeit.

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Eine aktive und den Bedürfnissen entsprechende Versorgung ist dann auch um ein Drittel leichter, preiswerter und vor allem beweglicher.

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Patienten ohne ausreichende Rumpf – und Kopfkontrolle werden auch weiterhin variabel nach hinten gekippt. Durch die Seitenführung des Kopfes sollte dabei das Gesichtsfeld nicht eingeschränkt sein. Mit Anlageflächen für die Oberarme können diese nicht nach hinten fallen.

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Eine medizinisch vorgegebene Abduktion ist sitztechnisch nicht das Problem, Erklärungsbedarf entsteht aber manchmal bei Angehörigen und Therapeuten

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Bei gegebener Abspreizkontraktur sollte jede Korrektur vermieden werden.

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Absolut unkorrigiert bleiben Hüftbeugeeinschränkungen und Windschlagdeformitäten da dies sonst zu Kompensationsreaktionen führt.

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Gemessen an diesen zuvor gezeigten anspruchvollen Aufgaben ist es wünschenswert, wenn zu mindest eine Passgenauigkeit bei Aktivrollstühlen gewährleistet währe, aber auch hier hinkt der Wunsch der Wirklichkeit manchmal hinterher.

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Mit der Hoffnung auf ein wenig "Vordenken" wünsche ich allen, denen ICP - Patienten anvertraut sind, viel Geschick.

Friedhelm Fraske

Friedhelm Fraske Herr Friedhelm Fraske ist Orthopädiemechaniker bei der Fa. Agil in Heidelberg und beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit der Fertigung von Lagerungsversorgungen für Kindern und Jugendlichen mit cerebralen Bewegungsstörungen.